Ein Gespräch mit Annika über Quereinstieg von Büroarbeit
zu ausgebuchten prä- & postpartalen Kursen innerhalb von nur 2 Monaten

„Ich habe nicht gedacht, dass ich mich als Büroangestellte jemals selbständig machen würde“

Interviewerin:

Marisa Köhler

Marisa:

Annika, wenn man dich heute erlebt, arbeitest du in einem Bereich, der mit deinem früheren Berufsalltag wenig zu tun hat. Was hast du gemacht, bevor du dich selbstständig gemacht hast?

Annika:
Ich war im Büro. Klassisch. Verwaltung, Organisation, viel Abstimmung, wenig Gestaltung. 
Es war nicht schlimm. Aber es war auch nichts, worüber man abends spricht. 

Marisa:

Also keine große Unzufriedenheit?

Annika:
Nein, keine Krise. Eher Stillstand. Ich habe gemerkt, dass ich sehr gut darin bin, Dinge am Laufen zu halten, aber nicht darin, eigene Entscheidungen zu treffen. Das hat mich irgendwann gestört.

Marisa: Wann kam zum ersten Mal der Gedanke, etwas komplett anderes zu machen?

Annika:
Relativ spät und auch nicht besonders konkret. Ich habe gesehen, was andere machen, habe mir Inhalte angeschaut, Konzepte, Angebote und mein erster Gedanke war nicht: Das will ich auch, sondern: Das ist doch schon voll.

Marisa: Was genau hat dir daran Angst gemacht?

Annika:
Mehreres. 
Erstens: Ich komme aus dem Büro. Das klingt nicht nach Expertise. 
Zweitens: Selbstständigkeit., ich war mein Leben lang angestellt. 
Und drittens: Geld. Ich hatte ernsthaft Angst, Zeit und Geld zu investieren und am Ende dazustehen und mir selbst erklären zu müssen, warum es nicht funktioniert hat. 

Marisa: Trotzdem hast du die Ausbildung bei uns gestartet. Was war ausschlaggebend?

Annika:
Nicht Mut. Sondern ein Punkt, an dem ich gemerkt habe: Ich denke seit Monaten darüber nach und komme keinen Schritt weiter. Ich habe nicht gedacht: Das wird mein neues Leben. Ich habe gedacht: Ich schaue mir das strukturiert an.

Marisa: Wie war dein Mindset zu Beginn?

Annika:
Definitiv vorsichtig. Ich war eher in der Haltung: Ich beobachte das erst mal. 
Der Mindset-Switch kam nicht am Anfang, sondern unterwegs. Vor allem dann, als klar wurde, dass es nicht darum geht, jemand anderes zu werden – sondern klarer zu denken. 

Marisa: Gab es Momente, in denen du gezweifelt hast?

Annika:
Klar. Vor allem, wenn Dinge nicht sofort funktioniert haben. Aber ich habe versucht, nicht alles gleich zu bewerten. Nicht jeder Fehler ist ein Zeichen, dass man falsch ist. 

Marisa: Deine Kurse waren zwei Monate nach Modul 2 voll. Was hast du anders gemacht als vorher?

Annika:
Ich habe mich festgelegt. 
Vorher war ich sehr vorsichtig formuliert. Nach dem Motto: Ich biete da etwas an, falls es jemanden interessiert.  Irgendwann habe ich gemerkt: So wirkt nichts verbindlich. Also habe ich klar gesagt, was ich mache – und für wen nicht.

Marisa: Hast du damit gerechnet, dass es so schnell läuft?

Annika:
Nein. Ich war eher überrascht. Und ehrlich gesagt auch kurz überfordert. 
Ausgebucht klingt schön, bedeutet aber auch: liefern. Aber ich hab mich dem gestellt und habe geliefert, und wie! Ich habe mittlerweile 3 Kursformate jede Woche laufen und alle sind mit 10-12 Frauen ausgebucht. Ich führe Wartelisten, die mir volle Kurse bis Ende des Jahres garantieren. Das ist Wahnsinn.

Marisa: Danach hast du dich komplett auf dieses Feld konzentriert. Warum?

Annika:
Weil alles andere ineffizient war. Ich wollte alles auf einmal, aber die Gespräche mit dir, haben mir ganz klar gezeigt: solange ich mir innerlich eine Hintertür offenhalten wollte, habe ich Entscheidungen halb getroffen. Der Fokus war keine emotionale Entscheidung, sondern eine logische.

Marisa: Du hast danach weitere kleinere Weiterbildungen bei uns gemacht. Was war dein Ansatz dabei?

Annika:
Sehr gezielt. 
Nicht „noch mehr lernen“, sondern konkret: Was brauche ich jetzt? 
Ich wollte keine Dauer-Teilnehmerin sein, sondern noch besser arbeiten. 

Marisa: Heute arbeitest du mit bekannten Persönlichkeiten zusammen.
Wie kam es dazu?

Annika:
Nicht geplant. 
Ich habe sauber gearbeitet, meine Prozesse klar gehabt und meine Rolle ernst genommen. Der Rest ergibt sich eher, als viele denken. Status spielt weniger eine Rolle als Verlässlichkeit. 

Marisa: Hat sich dein Selbstbild dadurch verändert?

Annika:
Ja, aber nicht im Sinne von „mehr Selbstbewusstsein“. 
Eher im Sinne von: Ich weiß, was ich anbiete – und was nicht. Also eigentlich, ich weiß wer ich bin, aber wirklich ganz ehrlich. Dann ergibt sich von selbst, was ich kann.  Das ist entspannend. 

Marisa: Was war rückblickend dein größter Denkfehler?

Annika:
Zu glauben, man müsse sich sicher fühlen, um loszugehen. 
Sicherheit kommt später. Manchmal viel später. Heute fühle ich mich unglaublich erfüllt und dankbar, so lassen sich auch Herausforderungen, die es immer gibt, ganz anders und viel einfacher lösen.

Marisa: Und was war entscheidend für deinen Erfolg?

Annika: Umsetzung und ihr mit eurer Community. Und die Bereitschaft, eigene Gedanken zu hinterfragen und das reflektiert und  regelmäßig.

Marisa:

Was würdest du Frauen sagen, die aus einem ganz anderen Bereich kommen und überlegen, diesen Schritt zu gehen?

Annika:
Mach dir nichts vor, es ist Arbeit. 
Aber du brauchst keinen perfekten Hintergrund. Du brauchst Klarheit, Bereitschaft zu lernen und die Fähigkeit, Entscheidungen nicht ewig zu vertagen. Wenn du zweifelst, ist das okay, aber wenn du was ändern willst und in diesen Bereich gehen möchtest, dann kann ich nur sagen, du bist bei Marisa und ihrem Team so gut aufgehoben, wie sonst nirgends. Das hier ist springen mit Sprungtuch, besser geht’s nicht. 

Marisa:

Würdest du es wieder tun?

Annika:
Ja zu 100% und wenn ich das gewusst hätte, dann schon viel früher. Dieses Gefühl von Selbstermächtigung und Wertschätzung für das was ich mache, ist unbezahlbar. 

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