Lena:
Ich war müde. Wirklich müde, nicht nur körperlich, sondern innerlich.
Ich habe als Krankenschwester gearbeitet, viele Jahre auf einer gynäkologischen Station. Ich habe Frauen in Schwangerschaft und Geburt begleitet, aber ich war selbst in einem System gefangen, das keine Zeit für Menschlickeit ließ.
Ich habe funktioniert. Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst. Ich habe Menschen versorgt, während ich mich selbst immer weiter verloren habe. Ich erinnere mich, wie ich nach einer Nachtschicht im Auto saß und geweint habe, weil ich wusste: So kann ich das nicht bis zur Rente machen.
Lena:
Der Gedanke war da, aber ich habe ihn jahrelang unterdrückt.
Selbstständigkeit war für mich etwas für „andere“. Für mutige Frauen mit Business-Eltern, mit Kapital, mit einem Netzwerk. Ich hatte das alles nicht. Ich komme aus einer normalen Arbeiterfamilie. Sicherheit war immer wichtig.
Ich habe mir eingeredet: Ich bin doch keine Gründerin. Ich bin Krankenschwester. Das ist mein Platz.
Lena:
Meine eigene Schwangerschaft.
Ich dachte immer, ich wäre vorbereitet – ich arbeite ja im Gesundheitswesen. Aber emotional war ich völlig unvorbereitet. Ich hatte Angst, Unsicherheit, so viele Fragen. Und im Wochenbett fühlte ich mich trotz aller medizinischen Termine unglaublich allein.
Ich habe gemerkt, wie groß die Lücke zwischen medizinischer Versorgung und echter Begleitung ist. Ich habe Frauen betreut – und plötzlich war ich selbst diese Frau, die Orientierung brauchte.
Da habe ich gespürt: Ich will Frauen anders begleiten. Tiefer. Ganzheitlicher.
Lena:
Ehrlich? Ich hatte Angst. Panik. Zweifel.
Ich habe mir Fragen gestellt wie:
„Wer bin ich, dass ich coachen darf?“
„Reicht mein Wissen?“
„Was, wenn ich scheitere?“
„Was, wenn ich Geld verliere und alle sagen: Ich habe es dir doch gesagt?“
Ich hatte niemanden in meinem Umfeld, der selbstständig war. Ich hatte keine Vorbilder. Ich dachte, Selbstständigkeit sei etwas für extrovertierte Businessfrauen – nicht für mich.
Lena: Sehr unsicher.
Ich habe die Ausbildung gemacht und parallel weiter im Krankenhaus gearbeitet. Ich habe meine ersten Klientinnen über Instagram gefunden, aber ich hatte keine Ahnung von Marketing, Technik oder Positionierung. Meine Webseite war improvisiert, meine Preise viel zu niedrig. Ich hatte Angst, Geld zu verlangen.
Ich erinnere mich, wie ich vor meinem ersten Launch gezittert habe. Ich dachte: Was, wenn niemand kommt? Was, wenn ich mich blamiere?
Lena: Ich habe mich damals für eure Ausbildung entschieden, weil ich im Erstgespräch zum ersten Mal wirklich das Gefühl hatte, gesehen zu werden.
Nicht als potenzielle Kundin, der man etwas verkaufen will – sondern als Mensch mit meiner Geschichte, meinen Ängsten und meinen Wünschen.
Schon im ersten Gespräch ging es nicht darum, mir etwas aufzudrängen, sondern darum, zu verstehen, wo ich stehe und was ich wirklich will. Dieses Gefühl hat sich durch die gesamte Ausbildung gezogen.
In den Expertinnen-Calls, den Mindset-Calls und den Frage-Calls habe ich gemerkt: Hier geht es nicht nur um Fachwissen, sondern um echte Entwicklung als Mensch und als Unternehmerin.
Ich durfte wachsen – fachlich, emotional und persönlich.
Es gab Phasen, in denen ich unsicher war und gezweifelt habe. Aber ich konnte immer wieder auf das zurückgreifen, was ich in der Ausbildung gelernt habe – nicht nur Tools und Wissen, sondern auch Selbstvertrauen, Klarheit und innere Stabilität.
Diese menschliche Begleitung war für mich der größte Unterschied. Ich hatte nie das Gefühl, allein zu sein. Und genau das hat mir den Mut gegeben, mein Business wirklich aufzubauen.
Lena: Ja. Mehrere.
Es gab Monate ohne Buchungen. Tage, an denen ich dachte, ich bin naiv gewesen. Nächte, in denen ich vor Canva, Techniktools und Rechnungen saß und überfordert war.
Und dann war da diese innere Stimme: Du bist doch nur Krankenschwester. Wer nimmt dich ernst?
Lena: Die Frauen.
Ich erinnere mich an eine Mama, die mir nach dem Coaching schrieb: „Du hast mir mein Körpervertrauen zurückgegeben.“
Da wusste ich: Dafür mache ich das.
Und ich habe angefangen, mich selbst zu transformieren. Ich habe meine Glaubenssätze hinterfragt, meinen Selbstwert aufgebaut, gelernt, sichtbar zu sein. Ich habe erkannt: Mein wert hängt nicht von einem Titel ab.
Lena: Fundamental.
Früher war ich die, die sich klein gemacht hat. Heute sehe ich mich als Unternehmerin, Mentorin, Expertin. Ich treffe Entscheidungen, ich gestalte mein Leben. Ich habe gelernt, meine Zeit zu schützen, meine Preise zu vertreten, meine Vision ernst zu nehmen.
Selbstständigkeit hat mich gezwungen, mich selbst kennenzulernen – mit all meinen Ängsten, Stärken und Grenzen.
Lena: Ich arbeite selbstständig als Prä- & Postpartal-Coachin.
Ich begleite Frauen 1:1, gebe Kurse, habe Onlineprogramme. Ich arbeite von zu Hause, bin für mein Kind da, plane meine Woche selbst.
Und ja – ich verdiene mehr als im Krankenhaus. Aber viel wichtiger: Ich fühle mich erfüllt. Ich habe das Gefühl, meine Arbeit macht Sinn – für andere Frauen und für mich.
Lena:
Dass ich mir selbst vertraue.
Dass ich nicht mehr nur funktioniere, sondern bewusst wähle.
Dass ich mich als Frau und Unternehmerin ernst nehme.
Ich habe nicht nur ein Business aufgebaut, ich habe mich selbst aufgebaut.
Lena:
Ich würde sagen: Deine Unsicherheit ist kein Zeichen, dass du falsch bist – sondern dass du etwas Großes wagst. Niemand wird als Gründerin geboren. Du wächst in diesen Weg hinein.
Und dieser Weg verändert dich. Nicht nur beruflich, sondern als als Frau, als Mensch, als Mutter.